Die Benediktinerabtei Tholey zur Zeit Kaiser Maximilians am Beginn des 16. Jahrhunderts

Der Anlass des 500-jährigen Jahrestages des Reichtages zu Trier und damit auch der Besuch etlicher Orte im Saarland durch Kaiser Maximilien hatte nicht nur politische, sondern auch kirchliche Dimensionen, wie die Wallfahrt zum Heiligen Rock zeigt. Ohnehin war Weltliches und Kirchliches in jener Zeit noch untrennbar verbunden, was allein schon die Bezeichnung „Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation“ für das Staatsgebilde verdeutlicht.

Die Zeit Maximilians ist eine Zeit des Umbruchs, was ohne Einschränkung auch für die Abtei Tholey gesagt werden kann. Gleich mehrfache Bezüge ergeben Anknüpfungen zum Kaiser, so etwa der Patron der Abtei, der hl. Mauritius, der zugleich Reichsheiliger war. Der hl. Wendelin, der legendär eng mit Tholey verbunden ist und den der Kaiser zu den Heiligen zählte, die dem Hause Habsburg besonders nahe stehen. Aber auch praktische Gründe sprechen für Berührungspunkte, so die beiden Stadthöfe der Abtei in St. Wendel und Trier. Zumindest letzterer wird während des Reichstages als Unterkunft für Delegierte gedient haben. Nicht vergessen werden darf die Person des Abts Gerhard von Hasselt (1489-1517), der zu den führenden Köpfen des Reform-Benediktinertums im deutschsprachigen Raum zählte.