Abteikirche

Luftaufnahme von Abteikirche und Abteigarten

Benediktinerkloster und Kirche des hl. Mauritius stehen auf ausgedehnten Fundamenten einer römischen Poststation in der Nähe wichtiger Römerstraßen. Auch für die Umgebung des Ortes sind durch Ausgrabungen römische Siedlungsreste nachgewiesen. Bei Bodenarbeiten stößt man immer wieder auf bisher unbekannt gebliebene Spuren reger Bautätigkeit. Flurnamen wie „Wareswald" deuten in diese Richtung.

Der 571 m hohe Schaumberg war in keltischer Zeit als Fliehburg ausgebaut, trug um die Zeitenwende ein römisches „castrum" und war im Mittelalter bekrönt von der „Schauenburg", die 1631 völlig zerstört wurde.

Im Schutz des Berges entwickelten sich nach dem Untergang des Römischen Reiches Gemeinde und Kloster mit wechselndem Geschick. Im Mittelalter war Tholey, dessen Name mit hoher Wahrscheinlichkeit auf das römische „tegula" (Ziegel) zurückgeht, Hauptort eines besonderen Amtes Schaumburg des Herzogtums Lothringen und kam 1787 durch Vertrag an Pfalz-Zweibrücken. In den Wirren der Französischen Revolution wurde das Kloster am 7. Juli 1794 aufgehoben, Kirche und Kloster 1797 in Metz, 1798 in Straßburg versteigert 1808 erwarb ein Tholeyer Bürger die gotische Abteikirche und schenkte sie der Gemeinde als Pfarrkirche. Am 8. Dezember 1949 wurde die Abtei durch Papst Pius XII. wieder errichtet und von Mönchen der Trierer Abtei St. Matthias unter Abt Dr. Petrus Borne neu besiedelt.

Kirche und Klostergebäude wurden in der Folgezeit den Bedürfnissen einer Klostergemeinschaft wieder angepasst. Insbesondere die Abteikirche musste ab 1957 einer tiefgreifenden Renovierung unterzogen werden. Sie wurde mit staatlicher und kirchlicher Unterstützung erneuert und gesichert sowie nach liturgischen Gesichtspunkten neu gestaltet.

Die barocke Turmhaube der Abteikirche beherrscht das Ortsbild. Von welcher Seite man sich ihr auch immer nähert, stets hat man den mächtigen Komplex von Kirche und Abteigebäude vor Augen. Kommt man vom Marktplatz her auf die Abtei zu, sieht man vor dem Rathaus eine Säule, bekrönt von einem römischen Kapitell und dem Zeichen des Kreuzes.