Benediktinerabtei St. Mauritius zu Tholey

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Dr. Petrus-Borne-Zentrum

Weitere Veranstaltungsinformationen unter: http://sites.google.com/site/drpetrusbornezentrumtholey/

7./8. Oktober 2011: Marianisches Fest

Konzert am 21.03.2010

21. Oktober 2011: Seminar

Sense or Nonsense of Human "Fragility" in European Contemporary Society

Seminar mit Beteiligung des Dr.-Petrus-Borne-Zentrums

Zeit: 21. Oktober, 9.00 - 19.00 Uhr
Ort: Europäisches Parlament, Place du Luxembourg, Brüssel
Sprachen: Französisch, Holländisch, English

Weitere Infos: http://www.meetings.be/colloquium/

Saarbrücker Zeitung, 18.07.2011

Von der menschlichen Zerbrechlichkeit

Ein breites Spektrum an wissenschaftlichen Disziplinen war bei der Tagung in Tholey vertreten. Betrachtet wurde das Thema der menschlichen Zerbrechlichkeit.

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Tholey. Menschliche Zerbrechlichkeit stand im Mittelpunkt einer Tagung mit Wissenschaftlern und Experten in der Abtei Tholey. Es war die erste Veranstaltung dieser Art in den renovierten Räumlichkeiten des Dr.-Petrus-Borne-Zentrums für Spiritualität und Kultur in den Gebäuden der Abtei Tholey. Pater Professor Albert Bagood gelang es wie schon im letzten Jahr, eine illustre Runde von Wissenschaftlern aus aller Welt zu versammeln. Viele der Teilnehmer waren schon im letzten Jahr anlässlich der Eröffnungstagung des Dr.-Petrus-Borne-Zentrums in Tholey und zeigten sich nach Angaben der Abtei beeindruckt von den Ergebnissen der umfangreichen Renovierungsarbeiten.

Von Philosophie über Medizin, Physik, Biologie und Rechtswissenschaften bis hin zur Theologie war ein breites Spektrum an wissenschaftlichen Disziplinen vertreten, um das Thema der Menschlichen Zerbrechlichkeit aus mehreren Blickwinkeln zu betrachten. Auch dieses Mal werden die Artikel und eine Zusammenfassung der Diskussionen zu einem Buch zusammengestellt, welches dann bei der Abtei erhältlich sein wird. Dieses wird aufgrund der verschiedenen versammelten Nationalitäten auf Englisch veröffentlicht.

Als Teilnehmer waren anwesend: Nikolaus Strobach , Professor für Theoretische Philosophie an der Universität des Saarlandes; Alessandro Giuliani (Italien), Forscher am Instituto Superiore di Sanitá (ISS) in Rom sowie Professor für Biophysik an der Universität Saoienza in Rom; Dominique Lambert (Belgien), Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Namur, Mitglied des Päpstlichen Rats für Kultur im Vatikan; Lucia Scherzberg (Deutschland), Professorin für katholische Theologie an der Universität des Saarlandes; Stéphane Bauzon (Frankreich), Professor für Ethik und Recht an den der Universität "Tor Vergata" zu Rom, der Universität Angelicum in Rom und der State University of St. Lawrence in Kanada; Laura Rizzerio (Belgien), Professor für Philosophiegeschichte an der Universität Namur; Bernard Ars (Belgien), Spezialist für Otologie am Edith-Cavell-Institut und am Königlichen Institut für Taubstumme und Blinde in Brüssel; Alexandra Braun (Deutschland): Dozentin an der Paracelsus Heilpraktikerschule Saarbrücken; Robert Liszka (Deutschland), Spezialist für Neurologie und Geriatrie am Caritas-Krankenhaus Lebach; David Doat (Frankreich), Forscher der Ethikabteilung der Universität Lille. red

Erste öffentliche Veranstaltung im Dr.-Petrus-Borne-Zentrum

Am 12. Februar 2011 referierten Dr. Robert Liszka, Facharzt für Neurologie und Klinische Geriatrie am Caritas-Krankenhaus in Lebach und Prof. Pater Albert Bagood, seit Mai 2010 Mönch der Benediktinerabtei St. Mauritius in Tholey und Dozent an der Pontifikaluniversität St. Thomas in Rom, über das Thema „Parkinson“. Dr. Liszka konzentrierte sich bei seinen Ausfertigungen auf den medizinischen Teil, wohingegen Prof. Bagood das Thema aus christlicher und auch psychologischer Sicht durchleuchtete – eine durchaus interessante Kombination.

Dr. Liszka betont in seinem Vortrag, dass die Parkinson-Krankheit in der Regel erst spät diagnostiziert wird, da der Verlauf schleichend voranschreitet und daher zunächst oft unbemerkt bleibt. In den Anfangsstadien sind die meisten Patienten geistig klar und voll orientiert. Wegen der motorischen Einschränkungen, z.B. durch starre Mimik und der allgemeinen Verlangsamung wirken manche Patienten bei oberflächlicher Betrachtung geistig eingeschränkt, was jedoch vielfach in deutlichem Gegensatz zu einem wachen und aufmerksamen Verstand stehen kann. Gleichwohl kann sich bei etwa einem Drittel der Betroffenen im späten Stadium zusätzlich eine Demenz herausbilden. Die Parkinson-Krankheit gehört zu den häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems und ist derzeit noch nicht heilbar. Eine frühzeitige Erkennung und damit auch Behandlung kann den Verlauf der Krankheit allerdings verlangsamen und die Lebensqualität der Patienten verbessern.

Aus Sicht von Prof. Bagood sind die Wirkungen der Parkinson-Krankheit nie rein körperlich sondern auch psychologisch, wobei dies letztendlich auf alle Krankheiten zutrifft. Es gibt Menschen, die nicht an Parkinson leiden und trotzdem eine sehr steife Gesichtsmuskulatur haben, weil sie nie lachen und keinen Humor haben. Prinzipiell gilt hier: wer zum negativen Denken neigt, wird auch mit einer Krankheit schlechter fertig. Aber die Fähigkeit, positiv zu denken, lernt man nicht über Nacht. Es ist eine sehr persönliche Grundeinstellung gegenüber dem Leben. Die Erfahrung zeigt, dass Menschen, die an einen Sinn des Lebens glauben, eher eine positive Lebenseinstellung haben. Positives Denken kann durchaus heilend sein! Eine Krankheit zu ertragen ist nicht nur für den Kranken eine Herausforderung, sondern in vielen Fällen auch für sein Umfeld. Prof. Bagood greift hier auf die Bibel zurück und zitiert in diesem Zusammen was Paulus im 1 Brief an die Korinther geschrieben hat: „ … dass die Liebe alles glaubt, alles hofft, alles erträgt, alles hält.“

Alles in allem zwei sehr interessante Vorträge, die bei den Zuhörern sehr gut ankamen.